Mein Ringen

Meine frühe Feststellung, dass politische Auseinandersetzungen große Ähnlichkeit mit den „Sandkasten“-Streitigkeiten von Kindern haben, wurde zwischenzeitlich von dem Neurobiologen Gerald Hüther bestätigt.

Bei Streitigkeiten / Konflikten verfallen wir mit unseren Reaktionen in unsere kindlichen Verhaltensmuster zurück. Letztlich geht es für uns darum a) dazu zu gehören, zu der Gemeinschaft oder zu einer Person, jeweils in Beziehung zu sein oder b) unabhängig, autonom zu sein. 

Diese Verhaltensmuster aus der Kindheit sind festgefahren und sie „laufen automatisch“, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Wenn uns im Außen etwas wütend oder traurig macht, hat es oft was mit uns selbst, mit etwas ähnlich in der Kindheit Erlebtem zu tun, denn letztlich haben / tragen wir alle ein mehr oder weniger verletztes Kind in uns.

Erlebnisse, Gefühle die in unserem Unterbewusstsein verankert sind, haben ihren Platz in dem Speicher „Kinderseele“. 

Auch wenn wir einige dieser Themen (glauben) überwachsen (zu) haben, gibt es immer wieder Situationen, wo uns „was“ triggert, alte Wunden aufspringen, als wenn jemand auf alte blaue Flecke drückt, die wir eigentlich kaum noch sehen, längst vergessen haben und doch, wenn einer draufdrückt, schmerzt es und die ursprünglichen Gefühle sind reflexartig wieder da. Wir erleben die aktuelle Situation mit den Gefühlen von damals, dem in unserer Kindheit Erlebten und reagieren sozusagen im Doppelpack. 

Damit umgehen lernen, wie wir in der Psychosynthese / PS sagen, uns selbst liebevoll beeltern (uns selbst „bessere“ Eltern sein) indem wir den verletzten Teil in uns annehmen und ihn fürsorglich behandeln, ohne in einen Anspruch oder Zwang zu verfallen, etwas zu „müssen“. Diese Optionen, neue Muster entwickeln, begleite ich im Rahmen einer Psychosynthese-Sitzung.